Steht das Ende der Printmedien bevor?

Schon seit Jahren wird der mögliche Zusammenbruch der Printmedien diskutiert. Auslöser sind vor allem die Digitalisierung und das Internet. Diese führen zu rückläufigen Auflagen und Anzeigenerlösen, da Leser vermehrt digitale Inhalte konsumieren, schreibt Andreas Möhle CDO von Peine APP Aktuell in einer Mitteilung. Im Gegensatz zu den kosteneffizienteren digitalen Formten, ist die Produktion von Printausgaben teuer. Viele Medienunternehmen investieren daher überwiegend in digitale Innovationen. Lösungsansätze für Städte und Landkreise beinhalten dabei den Aufbau eigener digitaler Plattformen, die Förderung von lokalem Journalismus und die Nutzung sozialer Medien. Gewerbliche Werbetreibende müssen sich außerdem an die veränderten Gegebenheiten anpassen und verstärkt auf Online-Werbung setzen. Dabei bieten ihnen digitale Plattformen eine Möglichkeit, lokale Zielgruppen gezielt anzusprechen und ihre Präsenz zu stärken. openpr.de

Die Zukunft der Zeitungen liegt im Digitalpublishing

Für das Jahr 2024 wird mit einem Rückgang der Printauflagen um sieben Prozent gerechnet. Dennoch herrscht bei den Zeitungsverlegern und Digitalpublishern keine Krisenstimmung sondern überwiegend Optimismus. Das liegt vor allem am Zuwachs von E-Paper-Ausgaben um 16 Prozent und beim Paid-Content um 22 Prozent. Dies sind die Ergebnisse der Trendumfrage der Zeitungsbranche vom Branchenverband BDZV. Das Plus im digitalen Bereich lässt rund zwei Drittel der befragten Chefredakteure und Geschäftsführer positiv auf das kommende Jahr blicken. Auf lange Sicht wird ein komplett veränderter Markt vorhergesagt. Während das Printgeschäft heute noch 70 Prozent des Markts ausmacht, gehen die Entscheider für 2030 von einem Rückgang des Marktanteils auf nur 38 Prozent aus. tagesspiegel.de

Wie Lokaljournalismus in den Sozialen Medien funktioniert

Mittlerweile haben auch die meisten Lokalzeitungen professionelle Auftritte in den Sozialen Medien. So auch die Angebote des Medienunternehmens VRM. Zum Repertoire des Medienunternehmens gehören unter anderem Lokalzeitungen aus den Städten Mainz, Darmstadt und Wiesbaden. Während früher noch so gut wie jeder Haushalt ein Zeitungsabonnement hatte, haben sich heutzutage die Ansprüche der Menschen an die Medien geändert. Viele rezipieren Nachrichten nur noch ausschließlich online oder über die sozialen Medien. Die Leserschaft kann hier Themenvorschläge machen und Rückmeldungen geben. Gleichermaßen haben die Lokalzeitungen die Möglichkeit, ihr Angebot zu präsentieren und Leser für ihre Themen zu gewinnen.

Bei der VRM kümmert sich das Digital Hub um den Online-Auftritt und die Strategien auf den sozialen Medien. Rein wirtschaftlich gesehen, ist für sie Facebook am wichtigsten, da hier am meisten Klicks auf die Artikel der Lokalzeitungen generiert und neue Abonnements abgeschlossen werden. Die Wichtigkeit von Instagram ist aber dennoch nicht zu unterschätzen, da hier vor allem der Meinungsaustausch im Vordergrund steht und sich die Inhalte und Contentstrategien so besonders effektiv anpassen lassen. Welche Themen ausgespielt werden variiert tatsächlich von Plattform zu Plattform, weil die Zielgruppen sich sehr unterscheiden. Auf Facebook muss man eine breite Zielgruppe mit einer großen Menge an vielfältigen Themen versorgen, während auf Instagram eine deutlich jüngere, spezifischere Zielgruppe vorhanden ist.

Das Verhalten der Leserschaft in den sozialen Medien unterscheidet sich auch von Lokalzeitung zu Lokalzeitung: In Mainz ist Humor fester Bestandteil der Kommentarspalten und positive Themen, die den tollen Charakter der Stadt widerspiegeln, funktionieren besonders gut. Dem gegenüber steht Darmstadt in der die Leser zwar auch gerne positives über ihre eigene Stadt lesen, aber besonders kritisch mit dem Journalismus als auch mit der städtischen Politik sind. Ein besonders kritisches Thema ist der Verkehr. Hier geraten die Fahrradfahrer und Autoliebhaber gerne aneinander. Wiesbaden liegt diesbezüglich irgendwo zwischen Mainz und Darmstadt. Besonders beliebt bei den Wiesbadenern sind alle Themen rund um die Tierwelt. Zwischen all den Kommentaren tauchen auch immer wieder Beleidigungen und Hasskommentare auf. Bei der VRM gibt es dafür eine Netikette. Wenn sich die Nutzer nicht daran halten, werden die Kommentare mit einem entsprechenden Hinweis gelöscht. Bei der Vorfilterung hilft eine KI, die Entscheidung einen Kommentar zu löschen liegt letztendlich aber immer noch bei einem Mitarbeiter. Es kommt auch immer wieder vor, dass Kommentare zur Anzeige gebracht werden, weil darin üble Beleidigungen oder Drohungen geäußert werden. main-spitze.de

Rettung des Lokaljournalismus? So überlebt ein Züricher Onlinemagazin die Medienkrise

Das Onlinemagazin „tsüri.ch“ nähert sich dem zehnjährigen Jubiläum, obwohl nicht einmal das Gründungteam 2015 damit gerechnet hat, dass es das Magazin so lange geben wird. Früher haben alle der zehn Angestellten noch ehrenamtlich gearbeitet. Heute bekommen alle den gleichen Lohn von 4.300 Franken pro Monat. Das entspricht in etwa 4.500 Euro. Die Teammitglieder schätzen vor allem den Zusammenhalt im Team, das flexible Arbeitsmodell und die thematische Ausrichtung. Die Fokussierung auf klassische links-grüne Themen aber nicht nur dem Team, sondern auch den Lesern zu gefallen. Geschrieben wird über den Verkehr, das Klima, das Wohnen oder auch Geschlechterfragen. All diese Themen repräsentieren auch die rot-grüne Stadtbevölkerung in Zürich. „tsüri.ch“ bleibt in der Berichterstattung aber dennoch neutral und kritisch. Insgesamt erreichen sie ein Zielpublikum im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Das Onlinemagazin ist dabei kostenlos und hat sich dennoch über die letzten neun Jahre gehalten. Grund dafür sind unter anderem etwa 1500 Leser, die als sogenannte „Member“ einen monatlichen Beitrag zahlen und das Magazin somit zum Teil finanzieren. Die verschiedenen Newsletter des Onlinemagazins werden allerdings an etwa 15.000 Personen verschickt. Trotzdem sind die Mitglieder bereit für ein Angebot, was sie auch kostenlos haben könnten, zu bezahlen. „tsüri.ch“ hat es über die letzten Jahre geschafft, sich eine Community aufzubauen, die die wichtige Arbeit des Teams schätzt und unterstützt. Zusätzlich zu den Mitgliederbeiträgen hat das Onlinemagazin Einnahmen aus Werbung und Veranstaltungen. Laut Linards Udris, die am Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich zum Thema Medienwandel forscht, leisten Medien wie „tsüri.ch“, die sich auf lokale Nischenangebote konzentrieren, einen wichtigen Teil zum Erhalt des Lokaljournalismus. Allerdings sei es klar, dass die Gesellschaft auch über eine öffentliche Finanzierung nachdenken müsse. srf.ch

Neue lokale Formate wagen

Die „Mediengewichtungsstudie“ der Landesmedienanstalten untersucht die Relevanz von Medien für lokale Meinungsbildung. Ergebnisse zeigen, dass Westdeutsche mehr lokale Nachrichten lesen, während Ostdeutsche vermehrt Radio und TV nutzen, aber das Internet ist bei allen beliebt. Die Mediengewohnheiten ändern sich, und lokale Journalistinnen und Journalisten versuchen, die Vielfalt ihrer Berichterstattung zu erhöhen, um gegen das Internet als Quelle zu kämpfen. Insgesamt gibt es eine positive Bilanz in Bezug auf die Förderung lokalen Journalismus, jedoch sind eine bessere materielle Ausstattung und ein Ausgleich zwischen Ost- und Westdeutschland erforderlich. verdi.de

E-Paper setzt sich im Lokaljournalismus immer mehr durch

Die Nutzung von Online-Angeboten ist bei Lokalmedien fast so hoch wie bei Print-Angeboten: Printausgaben werden zu 45 Prozent genutzt, Online-Inhalte zu 41 Prozent, ergab die Studie „Zeitungsfacetten“ des Regionalvermarkters Score Media. Noch aussagekräftiger sind die Zahlen für Bezahlinhalte regionaler Tageszeitungen. Leserinnen und Leser haben mehr Vertrauen in Bezahlinhalte als in Gratisnews. 72 Prozent der Befragten glauben, dass Bezahlangebote die Informationen korrekt wiedergeben, bei Gratisangeboten sind es nur 61 Prozent. Dies führt auch zu einem höheren Vertrauen in Werbung. score-media.de

Lokaljournalismus im Wandel der Zeit

Mit dem Aufstieg des Internets und der Digitalisierung der Medien steht der Journalismus vor großen Herausforderungen. Wie sich der Lokaljournalismus in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat, erzählen die Echo-Redakteure Annette Wannemacher-Saal und Thomas Wöhlert kurz vor ihrem Ruhestand. Im Interview blicken sie auf fast 30 Jahre Lokaljournalismus zurück und analysieren, was sich verändert hat und begründen, warum lokale Berichterstattung unverzichtbar bleibt. Wannemacher-Saal und Wöhlert erinnern an die Aufgaben und die Verantwortung von Journalistinnen und Journalisten und betonen die Bedeutung der Berichterstattung vor Ort. echo-online.de

Die Dominanz der Großverlage und ihre Auswirkungen auf Lokaljournalismus

Im Jahr 2006 gab es noch 1.4000 Zeitungen, heute sind es nur noch 1.000, schreibt das Lokaljournalismus-Angebot „The Nuremberg Times“ über die eigene Branche. Darunter werde die Medienlandschaft homogenisiert, die Berichterstattung konzentriere sich auf übergeordnete Themen, die landesweit relevant seien. Die Qualität der Nachrichten nimmt ab, das Vertrauen der Leser in den Journalismus geht verloren, lokale Geschichten treten in den Hintergrund. Um dem entgegenzuwirken, seien Förderprogramme und staatliche Unterstützung unerlässlich, um kleine Lokalmedien finanziell am Leben zu erhalten. Wichtig sei auch die Bereitschaft von Leserinnen und Leser Abonnements abzuschließen, die es den Lokalmedien ermöglichen, nicht nur von Werbeanzeigen abhängig zu sein. nbtimes.de

Verantwortung und Einfluss von Lokalmedien

In den USA vertrauen die meisten Leser*innen ihren Lokalzeitungen eher als den landesweiten Medien. Doch das kann Gefahren bergen: Der rechtskonservative Sender Sinclair Broadcasting kauft Lokalsender an, um eigene polemische oder irreführende Inhalte zu verbreiten. Forscher haben nachgewiesen, dass in Gebieten mit Sinclair-Einfluss das Unternehmensverhalten in den Bereichen Umwelt, Management und Soziales abnimmt. Ungefähr die Hälfte der amerikanischen Haushälte konsumieren Sender der Sinclair-Gruppe. In Deutschland ist der Lokaljournalismus, durch seine finanzielle Lage, ähnlichen Bedrohungen ausgesetzt. Politische Angriffe und Übernahmen könnten die Vielfalt gefährden. Die Studie betont, dass solche Angriffe am meisten rechten Gruppen und unaufmerksamen Unternehmen nutzen. taz.de

Facebook wird den Lokaljournalismus mit einer Investition von 300 Millionen Dollar unterstützen

Facebook plant, innerhalb von drei Jahren 300 Millionen Dollar in journalistische Projekte zu investieren, insbesondere zur Förderung lokaler Informationen, die unter der digitalen Revolution leiden. Campbell Brown, Vice President of Media Relations, betonte den Kampf gegen Desinformation und schlechte Qualität. Die Initiative entstand, als man befürchtete, dass die Monopolstellung der Plattform auf dem Internet-Werbemarkt den Übergang der Medien zum Digitalen behindert. Facebook hatte bereits das „Facebook Journalism Project“ gestartet, um die Verbindung zwischen der Plattform und den Medien zu stärken. Google hat für 2018 ebenfalls 300 Millionen Dollar angekündigt, um Falschinformationen zu bekämpfen und vertrauenswürdige Medien zu unterstützen. komogame.com

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